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Visuelle Perseveration (Nachbilder und Spuren)

Visuelle Perseveration (Nachbilder und Spuren)

Typ: Persistierendes Aurasymptom — kann Wochen, Monate oder Jahre andauern. Häufig beidseitig (beide Seiten des Sichtfelds oder beide Ohren betroffen). Selten, aber gut dokumentiert.


Was ist das?

Visuelle Perseveration ist ein persistentes Problem, bei dem Bilder verweilen, sich wiederholen oder Ihren Augen und Bewegungen folgen. Statt dass Bilder sofort verschwinden, wenn Sie wegschauen, bleiben sie mehrere Sekunden oder länger in Ihrem Sichtfeld. Dies beinhaltet Nachbilder, Spuren hinter bewegten Objekten und Palinopsie (Bilder erscheinen unerwartet wieder).

Wie es sich anfühlt

Wenn Sie auf etwas schauen und dann Ihren Blick verschieben oder Ihre Augen schließen, bleibt das Bild sichtbar. Es kann an der gleichen Stelle wieder erscheinen oder langsam verblassen. Bewegte Objekte hinterlassen Spuren oder Schmieren, während sie sich bewegen. Diese Nachbilder und Spuren können dunkel (negative Nachbilder) oder die gleiche Farbe wie das Originalobjekt sein (positive Nachbilder). Die Persistenz von Bildern macht Lesen, Bildschirme anschauen oder Fahren schwierig, da Sie ohne die verweilenden Nachbilder nicht klar sehen können, die Ihr Sichtfeld unordentlich machen. Es fühlt sich so an, als könnte Ihr visuelles System Bilder nicht effizient löschen.

Patientenkunstwerk, das ein Nachbild darstellt — ein Bild der Takelung eines Schiffes, das verweilte, nachdem der Patient die ursprüngliche Szene wegschaute. Patientenkunstwerk, das ein Nachbild darstellt — ein Bild der Takelung eines Schiffes, das verweilte, nachdem der Patient die ursprüngliche Szene wegschaute.

Wie Betroffene es beschreiben

„Ich schaue auf etwas, drehe meinen Kopf und sehe es dann wieder. Oder ich schaue auf etwas, bewege es und sehe es immer noch, wo ich es von bewegt habe (das längste Zeit, die ein Bild in meinem Sichtfeld blieb, ist 8 Sekunden). Ich habe die größten Probleme beim Fernsehen und Fahren." — S.

„Normalerweise sind meine Symptome auf Flimmerskotom beschränkt, das ‚erzwungene Erinnerung/traumähnlicher’ Zustand, manchmal gefolgt von Kopfschmerz, aber in letzter Zeit hatte ich kurzzeitig Taubheit im Unterkiefer/Lippe/rechten Handfingern." — M.C.

„Ich dachte, ich bekäme keine Aura mit meinen Migränen; kein Sternschnuppen oder funkelt, blinkende Muster. Aber ich tun - manchmal - bekommen Tunnelsehen und danach scheint die Welt glänzend, stilisiert, Schwarzweiß." — A.D.

Unterformen

Negative Nachbilder

Dunkle Nachbilder, die nach dem Anschauen heller Objekte erscheinen. Berichtet von 15 von 60 Probanden. Sie sehen einen dunklen Schatten oder eine Silhouette von dem, was Sie gerade angeschaut haben, besonders nach dem Anschauen von hellem Licht.

Positive Nachbilder

Nachbilder, die die Farbe und Helligkeit des Originalobjekts behalten. Berichtet von 6 von 60 Probanden. Das Bild sieht wie eine Kopie des Originals aus, nicht invertiert oder verdunkelt.

Spuren

Bewegte Objekte scheinen eine Schmiere, Unschärfe oder Spur hinter sich zu hinterlassen. Berichtet von 7 von 60 Probanden. Dies macht Bewegungsbeobachtung, Fahren und Textlesen schwierig, da die Bewegung nicht sauber oder flüssig wahrgenommen wird.

Palinopsie

Ein zuvor gesehenes Bild erscheint unerwartet im Sichtfeld wieder. Berichtet von 2 von 60 Probanden. Bilder, auf die Sie nicht gerade schauen, erscheinen plötzlich visuell ohne Erklärung wieder.

Was es verschlimmert

Visuelle Perseveration verschlimmert sich oft beim Anschauen von hellen Objekten, Hochkontrast-Bildern oder bewegten Reizen. Bildschirme, beschäftigte visuelle Umgebungen und schnelle Augenbewegungen können das Problem verstärken. Müdigkeit, Stress und Schlafmangel können das Symptom verschärfen. Manche Patienten berichten von Verschlimmerung während oder nach Migräneanfällen oder während der Menstruationszyklen.

Was helfen kann

Sonnenbrillen, getönte Linsen oder Blaulicht-Filter können die Intensität von Nachbildern reduzieren. Einige Patienten profitieren von visueller Ruhe und begrenzter Exposition gegenüber hellen oder hochkontrastigen Umgebungen. Stressabbau, ausreichend Schlaf und Flüssigkeitszufuhr können helfen. Kognitive Verhaltenstherapie und Ablenkungstechniken können Patienten helfen, die visuelle Störung zu bewältigen. Achtsamkeit und Akzeptanzstrategien können den emotionalen Stress, der mit dem Symptom verbunden ist, reduzieren.

Verwandte Symptome

  • Visuelles Schneerauschen oder Rauschen-Vision
  • Photophobie (Lichtempfindlichkeit)
  • Sehverlust oder verringerte Sehschärfe
  • Autokinese (stationäre Objekte scheinen sich zu bewegen)

Klinischer Hinweis

Visuelle Perseveration wird von 18 von 60 Probanden mit definitiver persistenter Aura berichtet. Eine Abklärung durch einen Neuro-Ophthalmologen oder Neurologen ist wichtig, um andere Ursachen von Sehstörungen auszuschließen. Ein normales Gehirn-MRT hilft, die Diagnose persistente Aura ohne Infarkt zu bestätigen. Dieses Symptom kann beängstigend sein, aber ist nicht mit progressivem Sehverlust verbunden.

Wenn diese Symptome zum ersten Mal auftreten oder sich anders zeigen als bei früheren Episoden, suchen Sie eine ärztliche Abklärung auf, um andere Ursachen auszuschließen.