Persistierende Derealisation und Depersonalisation
Typ: Persistierendes Aurasymptom — kann Wochen, Monate oder Jahre andauern. Häufig beidseitig (beide Ohren betroffen). Selten, aber gut dokumentiert.
Was ist das?
Derealisation ist ein persistierendes Gefühl, dass die Welt um Sie herum unwirklich, traumhaft oder distanziert ist, als würden Sie das Leben durch einen Bildschirm betrachten. Depersonalisation ist ein persistierendes Gefühl der Abgelöstheit von Ihrem eigenen Körper, Gedanken oder Gefühlen, als würden Sie sich selbst von außen beobachten. Diese dissoziativen Erfahrungen verschwinden nach dem Ende der Aura nicht.
Wie es sich anfühlt
Bei Derealisation fühlt sich die Welt seltsam oder künstlich an — Gebäude, Menschen und Objekte wirken zweidimensional oder distanziert, als würden Sie in einem Traum sein. Farben können gedimmt oder unwirklich wirken. Vertraute Orte fühlen sich unbekannt an. Die Zeit kann sich verzerrt anfühlen. Bei Depersonalisation fühlen Sie sich von Ihrem eigenen Körper oder Verstand abgelöst. Sie können Ihre eigenen Handlungen beobachten, als würden Sie außerhalb Ihrer selbst stehen. Ihre Hände oder andere Körperteile können sich unbekannt oder distanziert anfühlen. Gefühle können gedimmt oder abwesend sein. Diese Erfahrungen können verstörend und beängstigend sein und schaffen ein Gefühl der Entfremdung oder Unwirklichkeit, das selbst dann bestehen bleibt, wenn Sie keine Migräne haben.
Wie Betroffene es beschreiben
“Mein Migräneerlebnis beginnt mit Hunger. Ich fühle mich plötzlich hungrig. Kurz danach wird mein Sehen ‘distanziert’. Es ist ein bisschen wie das Sehen der Welt auf einem Bildschirm projiziert.” — A.W.
“Ich bekomme Derealisation/Depersonalisation, wenn ich eine Migräne habe…” — J.
“Übrigens habe ich eine kombinierte Form von Migräne. Klassisch und basilär. Ich leide von Anfang an unter Depersonalisation, Aura, bis zur kompletten Blindheit, Paresen, Sprachverlust, usw.” — I.
Was es verschlimmert
Derealisation und Depersonalisation verschlimmern sich oft während oder kurz nach Migräneanfällen. Stress, Angst und Panik können dissoziative Gefühle intensivieren. Müdigkeit und Schlafmangel können Symptome verschärfen. Die Aufmerksamkeit auf die Symptome selbst zu richten oder sich über sie Sorgen zu machen, kann einen Zyklus der Verschlimmerung schaffen. Manche Patienten berichten von Verschlimmerung in belebten oder überreizenden Umgebungen. Alkohol und Koffein können Symptome in einigen Fällen verschlimmern.
Was helfen kann
Erdungstechniken — fokussieren Sie die sensorische Eingabe (Berührung, Geruch, Geschmack, Gehör), um sich in der Gegenwart zu verankern — helfen vielen Menschen, dissoziative Erfahrungen zu bewältigen. Achtsamkeits- und akzeptanzbasierte Ansätze können die mit Symptomen verbundene Belastung verringern. Kognitiv-verhaltenstherapie speziell für dissoziative Symptome hat sich als vorteilhaft erwiesen. Stressabbau, regelmäßiger Schlaf und das Vermeiden von Überreizung helfen einigen Patienten. Körperliche Aktivität und soziale Kontakte unterstützen die psychische Gesundheit. Manche Patienten finden, dass der Austausch mit anderen mit ähnlichen Erfahrungen das Gefühl der Isolation verringert.
Verwandte Symptome
- Angst oder Panikattacken
- Kognitive Probleme oder Gehirnnebel
- Körperbilder Störungen (Alice-im-Wunderland-Syndrom)
- Zeitwahrnehmungsstörungen
Klinischer Hinweis
Derealisation wird von 8 von 60 Probanden und Depersonalisation von 3 von 60 Probanden mit definit persistenter Aura berichtet. Diese Symptome können verstörend sein und können psychische Erkrankungen ähneln, aber sie sind als Aurasymptome gut dokumentiert. Eine Abklärung durch einen Neurologen und Fachmann für psychische Gesundheit ist wichtig, um die Diagnose zu bestätigen und primäre psychiatrische Störungen auszuschließen. Ein normales Gehirn-MRT und EEG unterstützen die Diagnose persistente Aura ohne Infarkt. Diese Symptome sind mit angemessener Unterstützung und Therapie behandelbar.
Wenn diese Symptome zum ersten Mal auftreten oder sich anders zeigen als bei früheren Episoden, suchen Sie eine ärztliche Abklärung auf, um andere Ursachen auszuschließen.