Überblick
Sarah Raphael, eine britische Malerin von internationalem Rang, ist für ihre intensiv farbigen, psychisch aufgeladenen abstrakten Werke bekannt, die im Laufe ihrer Karriere bedeutende stilistische Wandlungen durchliefen. Ihre Serie Strip aus den 1990er Jahren – Hunderte kleiner Quadrate und Rechtecke, gefüllt mit leuchtenden Mustern und leeren Sprechblasen – steht für einen radikalen Schritt hin zu fragmentierter, obsessiver Wiederholung.





Debbie Ayles spricht im Blick auf Raphaels Werk von der „hypnotischen Eigenart“ und dem „phantastischen Comicstrip-Format“ ihrer späten Gemälde und legt damit Parallelen zu jener visuellen Obsession und Mustertreue nahe, die mit der Migräneaura-Erfahrung verbunden ist. Raphaels von Reisen durch Australien inspirierte Wüstenserie und die nachfolgenden Strip-Bilder zeigen eine Künstlerin, die sich zunehmend mit Fragmentierung, Wiederholung und visueller Intensität auseinandersetzte.
Auch wenn dokumentierte Belege für eine direkte Verbindung zwischen Raphaels Migräne und ihrem Werk begrenzt sind, lädt die Übereinstimmung ihres Wandels hin zu obsessivem Muster und visueller Intensität mit bekannten Migränephänomenen zu wissenschaftlicher Betrachtung ein. Ihr früher Tod im Jahr 2001 mit 41 Jahren beendete eine Entwicklung, die eine weitere Evolution ihrer unverwechselbaren Bildsprache versprach.