Überblick
Marina Abramović, die wegweisende Performance-Künstlerin, bekannt dafür, die Grenzen von Körper und Bewusstsein durch extreme körperliche Belastung auszuloten, hat Migräne als bedeutsame Präsenz in ihrem Leben und Werk dokumentiert. Ihre chronologischen Notizen halten den „ersten Migräneanfall“ 1960 fest, ebenso wie die Verschärfung der Anfälle im Laufe ihrer Karriere.
In ihrer wegweisenden Performance Dragon Heads (1993) wickelte Abramović große Pythons und Boa Constrictoren um ihren Körper, während sie eine Stunde regungslos auf Eis stand, als die Schlangen über ihren Kopf und ihr Gesicht glitten. Die Arbeit erkundet die Fähigkeit des Körpers, Schmerz und Unbehagen zu ertragen, und schafft eine Grenzerfahrung, die der Wucht der Migräne auf das Bewusstsein entspricht.

Abramovićs ausdrückliche Erwähnung der Migräne in ihrer biografischen Chronologie verortet die Erkrankung nicht als Hindernis der Performance, sondern als Teil jenes Kontinuums körperlicher und psychischer Erfahrung, das sie untersucht. Ihre Performances begegnen Migräne als Form leiblichen Wissens – als Erfahrung des Aushaltens, des Wandelns und des Überschreitens somatischen Leidens durch künstlerische Praxis.



