Aksak Maboul

Überblick

Aksak Maboul ist ein belgisches Avantgarde-Musikkollektiv, dessen Arbeit die Grenzen zeitgenössischer Musik durch experimentelle Komposition, ungewöhnliche Instrumentierung und konzeptuelle Strenge erweitert. Ihr Werk zeigt das Anliegen, Musik als ernsthaftes künstlerisches Medium zu verstehen, das mit klanglichen Mitteln auch komplexe Themen verhandeln kann.

Das Album Onze Danses Pour Combattre la Migraine (Elf Tänze zur Bekämpfung der Migräne) ist eine einzigartige künstlerische Auseinandersetzung mit Migräne als ausdrücklichem Gegenstand musikalischer Komposition. Statt Migräne als Hintergrundzustand oder persönliches Leiden zu behandeln, machte Aksak Maboul sie zum zentralen konzeptuellen und klanglichen Fokus eines ganzen Albums. Die Arbeit verkörpert einen innovativen Zugang zum Migränekunst-Konzept: Anstelle bildlicher Darstellung oder literarischer Erzählung wählten die Künstler:innen Musik und Klang als Medium, um die Phänomenologie der Migräne auszudrücken.

Aksak Maboul, Onze Danses Pour Combattre la Migraine (LP)

Aksak Maboul, Onze Danses Pour Combattre la Migraine (CD-Wiederveröffentlichung)

Der experimentelle Charakter des Albums spiegelt die Fremdartigkeit der Erkrankung selbst – die Verzerrungen der Wahrnehmung, die Intensität der Empfindung, das psychische Aufrütteln, das Migräne erzeugt. Indem Aksak Maboul Migräne zum Gegenstand einer Avantgarde-Erkundung machte, verschoben sie sie aus dem medizinischen oder persönlichen Bereich in ein Territorium, in dem sie untersucht, befragt und künstlerisch neu gedacht werden konnte. Die elf Tänze deuten zugleich die Vielfalt der Migräne-Erscheinungen an – und die Möglichkeit, ihr nicht bloß passiv ausgesetzt zu sein, sondern ihr zu begegnen oder gar mit ihr zu tanzen.

Das Album wurde auf CD wiederveröffentlicht und erreicht so über die ursprüngliche Vinyl-Ausgabe hinaus auch zeitgenössisches Publikum. Aksak Mabouls Werk zeigt, dass Musik im Migränekunst-Projekt kein Nebenschauplatz ist, sondern ein wirksames Medium, mit dem die gelebte Realität der Erkrankung erkundet und in etwas Unerwartetes, Produktives verwandelt werden kann.