Das Konzept der Migränekunst

Migränekunst ist der Rahmen, den Derek Robinson in den 1970er Jahren für das Sammeln und Ausstellen der Art und Weise entwickelte, wie Betroffene ihre eigenen Migränesymptome bildlich darstellen. Die Einfachheit des Konzepts erwies sich als revolutionär: Bildliche Darstellung – aus der Hand der Betroffenen selbst – vermittelt das Erleben von Migräne wirkungsvoller als jede klinische Beschreibung. Die folgenden Seiten zeichnen die Ursprünge des Konzepts nach, die nationalen Wettbewerbe, die es anstieß, die daraus hervorgegangenen Ausstellungen und Publikationen sowie die lange historische Linie bildhafter Darstellungen der Migräneaura, die dem Konzept vorausging.

Derek Robinson und das Konzept der Migränekunst

In den 1970er Jahren entwickelte der Marketingleiter Derek Robinson die Migränekunst, um die einzigartige Kraft bildlicher Darstellung beim Ausdruck von Migräne zu erfassen. Die Wurzel des Konzepts liegt im Jahr 1973, als er Miss J.R.B. begegnete, einer 42-jährigen Kunstlehrerin, die ihre Aura in Skizzen und Gemälden festgehalten hatte – Robinson sah in ihrer Arbeit zugleich die Antwort auf einen Werbeauftrag und den Keim einer viel größeren Idee.

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Die Migränekunst-Wettbewerbe

Zwischen 1980 und 1987 erbrachten vier nationale Migränekunst- Wettbewerbe in Großbritannien rund 900 Einsendungen aus Europa, den beiden Amerikas, Afrika und Asien. Die 562 erhaltenen Werke wurden zum Gründungsbestand des Feldes, gemeinsam getragen von der British Migraine Association (heute Migraine Action Association) und Boehringer Ingelheim.

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Migränekunst-Ausstellungen

Von der Eröffnung 1981 an der City of London Migraine Clinic über “Mosaic Vision” am Exploratorium in San Francisco bis zu Ausstellungen auf drei Kontinenten wird Migränekunst seit Anfang der 1980er Jahre öffentlich gezeigt. Oliver Sacks’ Besuch der San-Francisco-Ausstellung 1991 prägte seine späteren Schriften zum Thema entscheidend.

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Publikationen zur Migränekunst

Migränekunst hat medizinische und allgemeine Öffentlichkeit über Bildmappen, Filme, Fachzeitschriften und Bücher erreicht – darunter die dreizehn Sammlungsbilder, die Oliver Sacks 1992 in die überarbeitete Auflage von Migraine aufnahm, sowie die 2009 erschienene Monografie Migraine Art — The Migraine Experience From Within von Podoll & Robinson.

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Frühe bildliche Darstellungen der visuellen Migräneaura

Schon lange bevor Robinson den Begriff prägte, haben Betroffene ihre Symptome bildlich festgehalten. Von Hildegards von Bingen Buchmalereien des 12. Jahrhunderts über die erste medizinische Abbildung von Christian Ruete (1845) bis zu den Neurologen des 19. Jahrhunderts, die ihnen folgten (Charcot, Babinski, Gowers), spannt sich eine fast neunhundertjährige Linie migräne-aura-bezogener Bildwerke.

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