Migräne und Kunst

Vor der Leinwand: Wie Migränekunst eine Brücke zum klinischen Verständnis schlägt

Aura ist real — und wie du sie beschreibst, ist wichtig. Migränekunst erfasst, was Worte oft nicht können: Bilder, die von Menschen mit Migräne geschaffen wurden, um eine Aura von innen zu zeigen. Unser Archiv umfasst über fünf Jahrzehnte.

Dieselbe Erfahrung lässt sich auch durch medizinische Kriterien strukturieren und in die klinische Sprache übersetzen. Unsere Symptomkarte gibt sie in ICHD-3-Begriffen wieder — wo positive und negative Merkmale nur eines von sechs Kriterien zur Diagnose der Aura sind. Beide Perspektiven schlagen eine Brücke von der gelebten Erfahrung zum klinischen Verständnis.

A migraine visual aura rendered as art — a scintillating zigzag over a skyline. The same aura annotated with clinical diagnostic criteria.
„Endlich, nach nun mehr als 15 Jahren, kann ich mich outen. Ich bin ein Aurafreak. Aurakunst kannte ich bisher auch nicht. Schön das es sowas gibt, da kann man es allen anderen mal so richtig zeigen."
— S. G. (2005)

Das Konzept der Migränekunst

Obwohl sich Ursprünge bis in die Neurologie des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen lassen, entwickelte Derek Robinson in den 1970er Jahren das Konzept der Migränekunst als Rahmen für das Sammeln und Ausstellen künstlerischer Reaktionen auf das Migräneerleben. Diese Vision bildete die Grundlage für vier nationale Migränekunst- Wettbewerbe und ähnliche Ausschreibungen in Großbritannien und den USA. Die Ergebnisse wurden der Öffentlichkeit in Ausstellungen und in Publikationen der Laien- und Fachpresse präsentiert und etablierten die Migränekunst als legitime und geschätzte Ausdrucks- form.
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Beitrag zum Migraine Art Wettbewerb
Podoll & Robinson, Migraine Art – The Migraine Experience from Within,
Veröffentlichung mit Genehmigung. 2008. © 2008 North Atlantic Books

Ein Buch mit dem Titel “Migraine Art – The Migraine Experience from Within” von Klaus Podoll und Derek Robinson wurde am 24. Februar 2009 von North Atlantic Books veröffentlicht
[siehe hier].


Migräne und Bildende Kunst

Von Hildegard von Bingens Buchmalereien aus dem 12. Jahrhundert, die ihre Visionen festhielten, über Giorgio de Chiricos metaphysische Stadtbilder bis zu Yayoi Kusamas punktbedeckten Leinwänden hat das visuelle Erleben der Migräne-Aura eine sichtbare Spur durch neun Jahrhunderte westlicher Kunst gezogen. Diese Werke zeigen, wie die charakteristische Geometrie, die Farbverschiebungen und die flimmernden Muster der Aura die künstlerische Vorstellungskraft geprägt – und damit auch beeinflusst haben, wie wir uns neurologische Erfahrung vorstellen.
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Migräne und Literatur

Dieser Abschnitt stellt literarische Beschreibungen von Migräne aus den Werken historischer und zeitgenössischer Dichter:innen, Erzähler: innen und Romanautor:innen vor, ergänzt um migränebezogene Erzählungen aus Online-Quellen und Selbstbeobachtungen von Wissenschaftlern wie Marvin Minsky und Oliver Sacks. Die ausgewählten Texte erkunden Metaphern der Migräne, das Verhältnis zwischen Migräne und Kreativität sowie die spirituelle Dimension der Aura- Erfahrung und geben Einblick darin, wie Schriftsteller:innen mit diesem fesselnden Phänomen gerungen haben.
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Migräne und Musik

Einige der einflussreichsten Musiker:innen der Geschichte litten an Migräne – vom klassischen Komponisten Gustav Mahler über Elvis Presley und Jeff Tweedy von Wilco bis hin zur deutschen “Dark Chanteuse” Alwa Glebe. Haben ihre Migränen ihr künstlerisches Schaffen geformt? Dieser Abschnitt geht den Leben und Werken jener Musiker:innen nach, die mit Migräne in Berührung kamen, und fragt, wie das neurologische Erleben ihre Kompositionen und Performances beeinflusst haben könnte.
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Aus dem Archiv